Renaturierte Moorfläche

ca. 7.000 m²

Beitrag zum Klimaschutz

ca. 20 t CO₂/Jahr

Umsetzung

Mai 2026

Idee & Motivation

Beitrag zum Wasserrückhalt in der Region

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verletzlich unsere Landschaft geworden ist. Sinkende Grundwasserstände, austrocknende Bäche und immer längere Trockenperioden prägen auch den Landkreis Märkisch-Oderland. Wasser möglichst lange in der Landschaft zu halten, ist deshalb zu einer der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit geworden. Der Kreistag hat dies erst kürzlich mit einem Beschluss zum verstärkten Wasserrückhalt unterstrichen.

Genau dazu trägt die Renaturierung der kleinen Moorfläche direkt hinter dem Hof bei. Die Idee entstand auf dem Hof Prädikow. Gemeinsam mit der Naturparkverwaltung Märkische Schweiz entwickelten wir daraus ein Projekt, das der Naturpark im Mai 2026 umsetzte und finanzierte. Möglich wurde dies außerdem durch die Unterstützung der Stiftung trias als Flächeneigentümerin sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden und dem Wasser- und Bodenverband Stöbber-Erpe. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Genau dazu trägt die Renaturierung der kleinen Moorfläche direkt hinter dem Hof bei. Die Idee entstand auf dem Hof Prädikow. Gemeinsam mit der Naturparkverwaltung Märkische Schweiz entwickelten wir daraus ein Projekt, das der Naturpark im Mai 2026 umsetzte und finanzierte. Möglich wurde dies außerdem durch die Unterstützung der Stiftung trias als Flächeneigentümerin sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden und dem Wasser- und Bodenverband Stöbber-Erpe. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Umsetzung & Wirkung

eine naturnah gestaltete Sohlschwelle

Durch die regelmäßige Gewässerunterhaltung wurde der Abflussgraben über Jahrzehnte immer weiter vertieft und die Landschaft entwässert. So sank der Wasserstand langsam immer weiter. Das Moor verlor seine natürliche Funktion als Wasserspeicher und begann – wie entwässerte Moore überall – Kohlenstoff als CO₂ an die Atmosphäre abzugeben.

An der Mündung des Stanitzsee-Abflusses in das Sophienfließ wurde deshalb eine naturnah gestaltete Sohlschwelle errichtet. Das Wasser fließt dort heute langsam über Steine, plätschert durch das Bachbett und wird für kurze Zeit in der Landschaft zurückgehalten. Dadurch steigt der Wasserstand auf der angrenzenden Moorfläche wieder an. Rund drei Viertel Hektar Moor können sich nun Schritt für Schritt erholen.

Die Wirkung reicht jedoch weit über diese Fläche hinaus. Das Wasser bleibt in feuchten Perioden zunächst länger im Moor und wird anschließend langsam wieder an das Sophienfließ abgegeben. Dadurch werden sowohl Hochwasserspitzen als auch Niedrigwasserphasen gedämpft und die natürlichen Abflussverhältnisse des gesamten Fließgewässers stabilisiert. Das Wasser verschwindet also nicht – es bleibt lediglich länger dort, wo es für Mensch und Natur besonders wertvoll ist.

Davon profitieren Klima, Wasser und Natur gleichermaßen. Nasse Moore speichern Kohlenstoff, geben Wasser langsam wieder an ihre Umgebung ab und bieten wertvolle Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig werden Nährstoffe zurückgehalten, bevor sie in das Sophienfließ gelangen.

Blick auf das renaturierte Moor

Durch die Renaturierung verändert sich die Vegetation. Manche Pflanzen werden sterben – an ihre Stelle treten Arten, die an die hohe Bodenfeuchte angepasst sind.

Akzeptanz & Kritik

Nicht alle Menschen in Prädikow haben das Vorhaben von Anfang an begrüßt. Es gab Sorgen und Befürchtungen, die teilweise sehr groß waren. Deshalb haben wir viele Gespräche geführt – mit dem Ortsvorsteher ebenso wie mit Anwohnerinnen und Anwohnern.

Viele dieser Sorgen konnten wir ausräumen oder zumindest abmildern. Die Moorfläche liegt mehrere Meter unterhalb der umliegenden Gebäude. Für Häuser, Straßen oder Gärten besteht deshalb keine Gefahr. Auch landwirtschaftliche Flächen sind von der Maßnahme nicht betroffen, weil die Stauhöhe deutlich unterhalb der bewirtschafteten Flächen liegt.

Heute besuchen auch Menschen diesen Ort, die das Projekt anfangs kritisch gesehen hatten. Das freut uns sehr. Dass es unterschiedliche Sichtweisen auf den Umgang mit Wasser gibt, ist für uns nachvollziehbar. Umso wichtiger ist es, miteinander im Gespräch zu bleiben und Erfahrungen aus der Praxis offen auszutauschen.

"Die Fläche hat eine lange Geschichte. Noch vor wenigen Jahrzehnten war sie ein intaktes Niedermoor."

Detlef Hermann - ehemaliger Brennmeister Hof Prädikow
Ausblick

Gleichzeitig wissen wir, dass nicht alle Vorbehalte verschwunden sind. Deshalb möchten wir das Projekt auch künftig nutzen, um über Wasser, Moore und Klimaschutz ins Gespräch zu kommen. Der natürliche Umgang mit Wasser wird den Landschaftswandel in Brandenburg in den kommenden Jahren vielerorts prägen. Wir wünschen uns, dass dieser kleine Ort in Prädikow dazu beiträgt, Fragen zu beantworten, Vorurteile abzubauen und gemeinsam zu verstehen, warum Wasser heute wieder länger in der Landschaft bleiben muss.